
US-Zinsen – Kein Land der Tauben mehr
Der US-Bericht über den Verbraucherpreisindex für März löste eine deutliche Neubewertung der weltweiten Zinssätze aus. Der Bericht zeigte eine Preisbeschleunigung der Kernkomponenten zum dritten Mal in Folge und stellte die Vorstellung von Zinssenkungen der Fed im Jahr 2024 in Frage. Die vierteljährlich annualisierte Kerninflation lag im März bei 4,6 % und die Superkerninflation (die auch die Wohnkosten ausschließt) bei fast 9 %, also weit entfernt von den Niveaus der Lockerung. Die Zinsmärkte reagierten, indem sie die auf der Kurve eingepreisten Zinssenkungen auslöschten: 2-jährige Treasuries weiteten sich um 25 Basispunkte aus und erreichten fast 5 %. Die US-Kurve preist nun keine Senkung im Juni, zwei Senkungen im Jahr 2024 und einen Endsatz von 4 %, der 2027 erreicht werden soll. Wie wir im Februar hervorgehoben hatten, sind die Märkte im Vergleich zu den Daten von einer zu schnellen Lockerung ausgegangen. Wir halten die Neubewertung daher für gesund. Unserer Ansicht nach könnte ein weiterer Anstieg der Daten dazu führen, dass die Zinskurve noch weiter abfällt. Ein weiterer Anstieg würde auch den Kreditmärkten schaden, insbesondere bei Werten mit niedrigen Spreads, die derzeit sehr tiefbewertet sind. Wir halten die Bewertungen auf den Kreditmärkte insgesamt weiterhin für begrenzt und bevorzugen einen selektiven Ansatz, der sich auf Segmente mit höheren Renditen konzentriert.
EZB – Lagarde macht den Anfang
Die EZB hat die Zinssätze unverändert belassen, aber ihre Prognosen geändert und eine Zinssenkung im Juni in Aussicht gestellt, sofern die Wirtschaftsdaten mitspielen. Vor allem aber bestätigte Lagarde, dass die EZB von der Fed abweichen kann, da die Märkte eine Verzögerung der Zinssenkungen nach dem US-Verbraucher Preis Index befürchten. In der Erklärung wurden eine Abschwächung der zugrunde liegenden Inflation, ein moderateres Lohnwachstum, restriktive Finanzbedingungen, aber auch ein anhaltend erhöhter inländischer Druck anerkannt. Einige Mitglieder wollten bereits auf dieser Sitzung Zinssenkungen vornehmen, was der Sitzung insgesamt einen dovishen Anstrich verlieh. Nach der Sitzung erhöhten die Märkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni von 80% auf 90 % und die Prognose der Zinssenkungen für 2024 von 0,75 % auf 0,85 %.
Algebris Investments’ Global Credit Team
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