Zentralbanken: BoE, EZB, BoJ – ein Cut, ein Hold, ein Hike
Am vergangenen Donnerstag haben drei grosse Zentralbanken ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt gegeben. Die Bank of England (BoE) senkte den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte. Der Abstimmungsausgang (5:4) fiel jedoch knapper aus als erwartet und löste eine moderate Anpassung am vorderen Ende der Zinskurve aus. In der Folge preiste der Markt einen höheren terminalen Leitzins von rund 3,30 % ein. Europäische Zentralbank (EZB): Die EZB beliess die Leitzinsen unverändert und verlagerte den Fokus auf die aktualisierten Projektionen. Das Wachstum wurde leicht nach oben revidiert, gleichzeitig wird die Inflation jedoch erst bis 2028 wieder am Zielwert gesehen. Präsidentin Lagarde hielt die Handlungsoptionen bewusst offen und vermied eine eindeutige Signalwirkung hinsichtlich des nächsten Schritts. Die Bank of Japan (BoJ) erhöhte den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte. Der insgesamt neutrale Ton von Statement und Pressekonferenz wurde vom Markt jedoch als enttäuschend aufgenommen. Der Yen gab um rund ein Prozent nach, während die Renditen anzogen: Zehnjährige JGBs stiegen über zwei Prozent (ein Niveau, das seit Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde) und der 1y1y-Swap kletterte über 1,30 Prozent. Insgesamt deutet die Preisbildung auf eine breitere Neubewertung der japanischen Geldpolitik hin. Dabei werden innenpolitische Restriktionen das Normalisierungstempo voraussichtlich begrenzen.
Feiertagsrisiken: Ukraine und Venezuela
Die US-Aussenpolitik bleibt in der Feiertagsperiode stark geopolitisch geprägt. Ukraine: Die Trump-Administration erhöht den Druck, um eine rasche Beendigung des Krieges zu erwirken. Präsident Selenskyj steht dabei nach einem Korruptionsskandal unter erhöhtem innenpolitischem Druck. Am vergangenen Freitag beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs ein neues Finanzierungspaket über 90 Mrd. EUR in Form von Krediten mit einer Laufzeit von zwei Jahren, ohne auf eingefrorene russische Vermögenswerte zurückzugreifen. Dies reduziert den kurzfristigen Finanzierungsdruck auf Kiew, während die zunehmend konfrontative Haltung Präsident Putins die Wahrscheinlichkeit einer zeitnahen Lösung belastet. Venezuela: Parallel dazu nimmt der US-Einfluss in Lateinamerika zu und gipfelt in Venezuela. Der Druck auf das Maduro-Regime hat sich deutlich verschärft: Die USA blockieren Öltanker vor der Küste und schneiden damit zentrale Öl-Erlösströme faktisch ab. Gleichzeitig nehmen die Erwartungen an ein mögliches Regimewechsel-Szenario weiter zu.
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