USA – IEEPA ausser Kraft gesetzt, fiskalische Auswirkungen
Letzte Woche entschied der Oberste Gerichtshof mit 6:3 Stimmen gegen die Anwendung des IEEPA durch die Regierung zur Erhebung von Zöllen und erklärte diese für die Zukunft für rechtswidrig. Zugleich verzichtete das Gericht auf eine Entscheidung zu Rückerstattungen, obwohl Schätzungen zufolge letztlich Ansprüche von mehr als 100 Mrd. USD auf bereits vereinnahmte Zolleinnahmen geltend gemacht werden könnten. Trump deutete zunächst an, die Regierung werde auf andere Rechtsgrundlagen wie Section 232 und Section 301 ausweichen, um einen globalen Mindestzollsatz von 10 % beizubehalten, erhöhte den Vorschlag am Wochenende jedoch auf 15 % für 150 Tage.
Das Urteil schwächt die Verhandlungsposition der Regierung, da viele unter dem IEEPA geschlossene Handelsabkommen nun de facto hinfällig sind. Praktisch bedeutet dies einen niedrigeren effektiven Durchschnittszollsatz und geringere Zolleinnahmen kurzfristig – was das Haushaltsdefizit tendenziell am Rand vergrössert und gleichzeitig die politische Unsicherheit erhöht. Die Marktreaktion blieb verhalten und war weitgehend eingepreist: Der USD gab um rund 0,4 % nach, die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen stiegen um 4 Basispunkte, Swap-Spreads verengten sich und Aktien legten zu – im Einklang mit Erwartungen eines milderen Zollpfads kurzfristig, aber grösserer Unsicherheit mittelfristig.
Iran – Deal oder Angriff
Die US-Militärpräsenz rund um den Iran nimmt weiter zu, während die Verhandlungen offenbar ins Stocken geraten sind – was die vom Markt implizierten Wahrscheinlichkeiten eines möglichen Angriffs erhöht. Die zentrale Ungewissheit bleibt der Umfang: ein gezielter „Enthauptungsschlag“ gegen die Führungsspitze oder ein breiteres Vorgehen einschliesslich nuklearer Anlagen.
Teheran ist weiterhin nicht bereit, Beschränkungen seines Raketenprogramms oder seiner Unterstützung für regionale Stellvertreter zu akzeptieren, was den diplomatischen Spielraum einengt. Ein US-Vorgehen dürfte darauf abzielen, schnell und begrenzt zu bleiben, um eine anhaltende Störung der Ölpreise zu vermeiden. Eine rasche, entschlossene Operation könnte die geopolitische Risikoprämie verringern; eine breitere Eskalation würde hingegen das Risiko einer anhaltenderen Neubewertung bei Energie- und Risikoanlagen erhöhen.
Grossbritannien – Abkühlender Arbeitsmarkt, hartnäckige Preise
Die jüngsten Daten aus Grossbritannien deuten auf eine graduelle Abschwächung des Arbeitsmarkts hin. Die Arbeitslosenquote stieg auf 5,2 % und lag damit 10 Basispunkte über den Prognosen der BoE, während das reguläre Lohnwachstum im privaten Sektor auf 3,4 % (3M/J/J) zurückging – weitgehend im Rahmen der Erwartungen. Die Inflation bleibt jedoch weniger kooperativ. Zwar gab der Gesamt-VPI nach, die Dienstleistungsinflation lag jedoch 30 Basispunkte über der Prognose der Bank und unterstreicht anhaltenden binnenwirtschaftlichen Preisdruck.
Da für dieses Jahr zwei Zinssenkungen eingepreist sind und dem März eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 % zugeschrieben wird, rückt die Kommunikation in den Fokus. Catherine Mann hat sich taubenhafter positioniert und betont die Arbeitsmarktschwäche. Sollte Bailey nachziehen, wird eine Zinssenkung im März zum Basisszenario. Entscheidend bleiben jedoch die kommenden Daten für die nächste Entscheidung.
Algebris Investments’ Global Credit Team
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