Iran: Angriffe auf Energieinfrastruktur treiben Ölpreise nach oben
In der vergangenen Woche eskalierten die Spannungen im Nahen Osten weiter, begleitet von anhaltenden Angriffen auf beiden Seiten. Die USA griffen zentrale iranische Infrastruktur an, darunter Kharg Island, den wichtigsten Knotenpunkt der iranischen Ölwirtschaft. Laut Berichten wurde bei einem Angriff zudem Ali Larijani getötet. Er ist eine prominente Figur des Regimes, dessen Tod die interne Koordination schwächen könnte.
Die Eskalation erreichte ihren Höhepunkt, als Israel die iranische Gasförderinfrastruktur angriff. Der Iran reagierte darauf mit Angriffen auf das South-Pars-Gasfeld, das grösste Gasfeld Katars, und schürte damit Sorgen hinsichtlich der globalen LNG-Versorgung. Schätzungsweise könnten 17 % der LNG-Exporte Katars für bis zu drei Jahre beeinträchtigt werden. Dies liess die Gaspreise deutlich steigen und trieb den Brent-Ölpreis in Richtung 120 USD/Barrel.
Der strategische Fokus liegt weiterhin auf der Strasse von Hormus, wo die Risiken im Zusammenhang mit Seeminen und grösseren Störungen zunehmen. Am Donnerstag sorgten Aussagen des israelischen Premierministers Netanjahu, wonach sich der Konflikt seinem Ende nähern könnte, kurzfristig für eine gewisse Entspannung an den Märkten – wenngleich die Angriffe andauern und die Unsicherheit hoch bleibt. Der israelische Premierminister erklärte zudem, dass der Iran derzeit weder in der Lage sei, Uran anzureichern, noch ballistische Raketen herzustellen.
Zentralbanken: Globale Neubewertung in Richtung restriktiver Geldpolitik
Eine Reihe von Entscheidungen der Zentralbanken hat den globalen geldpolitischen Kurs in eine restriktivere („hawkish“) Richtung verändert. Während die Leitzinsen von Fed, EZB und BoE unverändert blieben, führten ein besorgniserregenderer Inflationsausblick sowie entsprechende Forward Guidance zu einer deutlichen Neubewertung am kurzen Ende der Zinskurven.
In den USA preisen die Märkte inzwischen nahezu keine Zinssenkungen mehr für den Rest des Jahres ein. Im Gegensatz dazu rechnen die Märkte in Europa und im Vereinigten Königreich mit mehr als zwei Zinserhöhungen für das Jahr 2026.
Die Zinskurven haben sich deutlich abgeflacht: Die 2s10s-Spreads bewegten sich am Donnerstag im Euroraum um rund 10 Basispunkte und im Vereinigten Königreich um über 20 Basispunkte.
Die starke Bewegung am kurzen Ende der britischen Zinskurve konnte durch den Versuch von Gouverneur Bailey, die Markterwartungen zu dämpfen, nur teilweise abgefedert werden. Im Euroraum haben EZB-Vertreter die Tür für mögliche Zinserhöhungen geöffnet. Die Sitzung im April gilt nun als „live“, wobei eine Zinserhöhung mit rund 50 % eingepreist ist – massgeblich abhängig von den weiteren Entwicklungen im Nahen Osten.
Algebris Investments’ Global Credit Team
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