Iran – Das Schachbrett am Golf
Am vergangenen Montag gab Präsident Trump bekannt, dass Verhandlungen mit dem Iran im Gange seien, nachdem er zuvor mit Angriffen auf die iranische Energieinfrastruktur gedroht hatte. Im Laufe der Woche verlängerte er das Verhandlungsfenster und verschob die Frist auf den 6. April. Derzeit finden Gespräche auf hoher Ebene statt, wobei beide Seiten versuchen, ihre Verhandlungsposition im Vorfeld einer möglichen Einigung zu stärken. Die USA entsenden eine beträchtliche Anzahl von Truppen in den Nahen Osten, was den Eindruck verstärkt, dass eine militärische Eskalation weiterhin eine glaubwürdige Option ist. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt Unsicherheit das beherrschende Thema. Die USA stehen vor einer binären Entscheidung: entweder die Verhandlungen fortsetzen oder eine risikoreiche Operation gegen wichtige Ölinfrastrukturen, insbesondere die Straße von Hormus oder die Insel Kharg, durchführen, um die Öleinnahmen des Iran effektiv abzuschneiden. Jüngste Entwicklungen unterstreichen zudem die Kontrolle des Iran über die Straße von Hormus, wobei Berichte besagen, dass Schiffe Gebühren für die Durchfahrt entrichten. Dies bekräftigt die strategische Bedeutung der Meerenge und unterstreicht die asymmetrische Verhandlungsmacht, über die der Iran weiterhin verfügt. Insgesamt bleibt die Lage unübersichtlich, und der Ausgang ist nach wie vor sehr unklar.
Wirtschaftliche Auswirkungen – Laufende Neubewertung der Inflation
Die Märkte haben im vergangenen Monat stark auf die Ölpreisbewegungen reagiert, wobei die Anpassung vor allem über die Zinsen erfolgte, insbesondere am kurzen Ende der Zinskurve. Zinserhöhungen werden nun weltweit neu eingepreist. Während davon ausgegangen wird, dass die Fed ihre Zinsen unverändert belässt, preisen die Märkte in Europa mehr als drei weitere Erhöhungen ein. Bemerkenswert ist, dass diese Entwicklung bei den Zinsen deutlich ausgeprägter ist als bei Risikoanlagen, die bislang verhaltener auf den Ölschock reagiert haben. Durationswerte wurden massiv abgestoßen, wobei die Renditen seit Beginn des Konflikts um über 40 Basispunkte gestiegen sind. Was die Inflation betrifft, erfolgt die Weitergabe rasch. Im Basisszenario wird nun ein Höchststand des HVPI im Euroraum bei rund 3 % erwartet. Stressszenarien deuten jedoch auf deutlich höhere Werte hin, wobei die Inflation 6 % übersteigen würde, sollte der Ölpreis im Durchschnitt über 150 USD pro Barrel liegen. Die Auswirkungen auf das Wachstum geben zunehmend Anlass zur Sorge. Das BIP-Wachstum im Euroraum dürfte im nächsten Quartal nahe Null liegen und könnte bei Szenarien mit hohen Ölpreisen sogar negativ werden. In den USA dürfte sich der Gesamt-PCE 4 % annähern, wenn sich der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau stabilisiert, wobei bei einem weiteren Anstieg der Energiepreise Aufwärtsrisiken bestehen. Das Wachstum in den USA dürfte jedoch widerstandsfähiger sein, da das Land im Vergleich zu Europa weniger von Energieimporten abhängig ist.
Algebris Investments’ Global Credit Team
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