Marktmeinungen · Globale Anleihen

Global Credit Bullets | Montag, 9. März 2026

Die erste Woche des Konflikts im Nahen Osten ist nun vergangen, doch die Lage bleibt äusserst unsicher. Nach einer zunächst verhaltenen Reaktion am Montag kam es im Verlauf der vergangenen Woche zu einem deutlichen Ausverkauf an den Märkten. Erstens bleibt die Offenheit der Strasse von Hormus von zentraler Bedeutung. Zweitens wird entscheidend sein, ob Produzenten im Golf gezwungen sein werden, ihre Öl- und Gasproduktion zu stoppen. Drittens würde ein direkter Angriff auf Raffinerien oder Produktionsanlagen eine deutliche Eskalation darstellen, mit potenziell starkem Aufwärtsdruck auf die Ölpreise. Die am vergangenen Freitag veröffentlichten US-Nonfarm Payrolls überraschten negativ: Die Beschäftigung sank im Februar um 92K und lag damit deutlich unter den Erwartungen.
9. März 2026
Iran – Steigende Tail-Risiken, Zins-Sell-off

Die erste Woche des Konflikts im Nahen Osten ist nun vergangen, doch die Lage bleibt äusserst unsicher. Nach einer zunächst verhaltenen Reaktion am Montag kam es im Verlauf der vergangenen Woche zu einem deutlichen Ausverkauf an den Märkten. Die Bewegung war insbesondere bei Zinsen sowie bei stark positionierten Risikoanlagen ausgeprägt. Zu beobachten bleibt insbesondere Irans operative Fähigkeit, insbesondere seine Raketenkapazitäten, da jüngste Entwicklungen darauf hindeuten, dass Teile der militärischen Infrastruktur des Regimes beeinträchtigt worden sein könnten. Für die Ölmärkte werden kurzfristig drei zentrale Faktoren ausschlaggebend sein.

Erstens bleibt die Offenheit der Strasse von Hormus von zentraler Bedeutung. Satellitenbilder deuten darauf hin, dass die Aktivität von Rohöltankern bereits deutlich zurückgegangen ist, mit derzeit sehr begrenztem Schiffsverkehr durch die Meerenge.

Zweitens wird entscheidend sein, ob Produzenten im Golf gezwungen sein werden, ihre Öl- und Gasproduktion zu stoppen. Die Lagerkapazitäten sind bereits hoch, und jede Unterbrechung der Exportströme würde die Produzenten rasch dazu zwingen, ihre Produktion zu reduzieren.

Drittens würde ein direkter Angriff auf Raffinerien oder Produktionsanlagen eine deutliche Eskalation darstellen, mit potenziell starkem Aufwärtsdruck auf die Ölpreise.

Über die unmittelbaren Auswirkungen auf den Ölmarkt hinaus wären solche Entwicklungen auch eine erhebliche Herausforderung für die wirtschaftliche Perspektive der GCC-Länder. Zwar würden höhere Ölpreise die Staatseinnahmen kurzfristig stützen, doch könnten sich die allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtern. Der Tourismus, eine zentrale Säule der wirtschaftlichen Diversifizierung in der Region, ist bereits mit Abwärtsrisiken konfrontiert, da die regionale Sicherheit als zunehmend gefährdet wahrgenommen wird. Mittelfristig könnten die Regierungen einem komplexeren fiskalischen Zielkonflikt gegenüberstehen: Höhere Verteidigungsausgaben und geringere Tourismuseinnahmen könnten einen Teil der Gewinne aus höheren Ölpreisen wieder aufzehren. Darüber hinaus wird derzeit auch der wahrgenommene Stabilitäts- und Sicherheitsvorteil der Golfregion auf die Probe gestellt. Die Wiederherstellung dieses Vertrauens könnte Zeit und erhebliche politische Anstrengungen erfordern.

Wir glauben, dass am Markt weiterhin eine gewisse Selbstzufriedenheit besteht, insbesondere bei den Credit Spreads. Bislang hat sich die Anpassung vor allem auf die Duration und die kurzfristigen europäischen Zinssätze konzentriert. Anleihemärkte beginnen allmählich, eine Inflationsrisikoprämie einzupreisen. Der Höhepunkt der Inflation im Euroraum wird derzeit für den Mai erwartet. In diesem Umfeld erscheinen Risikoanlagen weniger attraktiv. Die Marktreaktion war bislang relativ begrenzt, sodass bei einem dauerhaft hohen Ölpreis oder einer Ausweitung des Konflikts auf weitere Akteure im Nahen Osten – einschliesslich der GCC-Staaten – noch Spielraum für weitere Abwärtsbewegungen besteht.

USA – Schwache Daten, schwieriger Zinspfad

Die am vergangenen Freitag veröffentlichten US-Nonfarm Payrolls überraschten negativ: Die Beschäftigung sank im Februar um 92K und lag damit deutlich unter den Erwartungen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,4 % und lag ebenfalls über dem Konsens, während die Daten der beiden Vormonate nach unten revidiert wurden – ein weiteres Zeichen für eine Abschwächung des US-Arbeitsmarktes. Auch die Einzelhandelsumsätze fielen schwach aus. Vor der Veröffentlichung hatten die Märkte kaum eine Zinssenkung der Fed vor September eingepreist. Nach den Daten wurden die kurzfristigen Zinsen nach unten angepasst, und die Märkte rechnen nun mit etwa zwei Zinssenkungen, bevor die Fed ihren Lockerungszyklus beendet. Gleichzeitig stiegen die Renditen länger laufender Staatsanleihen: Sowohl die Renditen der 10-jährigen als auch der 30-jährigen US-Treasuries legten an diesem Tag um etwa 3 Basispunkte zu.

Geopolitische Spannungen stellen jedoch ein Aufwärtsrisiko für die Zinsen dar. Ein anhaltender Anstieg der Ölpreise könnte zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen und den Lockerungspfad der Fed komplizieren, was erneut Aufwärtsdruck auf die US-Renditen ausüben könnte.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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