Marktmeinungen · Globale Anleihen

Global Credit Bullets | Montag, 9. Februar 2026

Am vergangenen Sonntag sicherten sich die LDP und Takaichi 316 der 465 Sitze im Unterhaus und verfügen nun zusammen mit ihrer Koalition über die erforderliche Zweidrittelmehrheit, um jede Ablehnung im Oberhaus zu überstimmen. Am vergangenen Donnerstag beliess die BoE die Zinsen wie erwartet unverändert. Der geldpolitische Ausschuss überraschte den Markt mit einer zurückhaltenden Haltung und einem Abstimmungsergebnis von 5 zu 4. Am vergangenen Donnerstag bestätigte die EZB ihren aktuellen geldpolitischen Kurs. Weder in ihrer Erklärung noch in der Pressekonferenz mit Lagarde gab es Überraschungen. Unser Research-Team hat letzte Woche die Region Mittel- und Osteuropa besucht. Das Gesamtbild bleibt geprägt von einer nahezu makellosen Desinflation bei gleichzeitig robustem Wachstum, insbesondere in Polen und der Tschechischen Republik, wo stärkere Währungen die Güterinflation weiter nach unten drücken.
9. Februar 2026
Japan – Takaichi festigt ihre Macht, fiskalische Massnahmen werden freigegeben

Am vergangenen Sonntag sicherten sich die LDP und Takaichi 316 der 465 Sitze im Unterhaus und verfügen nun zusammen mit ihrer Koalition über die erforderliche Zweidrittelmehrheit, um jede Ablehnung im Oberhaus zu überstimmen. Takaichi befindet sich damit in einer historisch starken Position, und ihr politisches Risiko hat sich eindeutig ausgezahlt, da sie nun über einen erheblichen Einfluss verfügt, um ihre proaktive finanzpolitische Agenda weiter voranzutreiben. Die Märkte reagierten entsprechend: Der Nikkei 225 eröffnete mit einem Plus von rund 5 %, während der JPY leicht zulegte und die Zinsen moderat stiegen.

BoE – Zurückhaltende Leitlinien, zunehmende politische Unruhe

Am vergangenen Donnerstag beliess die BoE die Zinsen wie erwartet unverändert. Der geldpolitische Ausschuss überraschte den Markt mit einer zurückhaltenden Haltung und einem Abstimmungsergebnis von 5 zu 4. Gouverneur Bailey fungierte erneut als Zünglein an der Waage, und seine Äusserungen deuteten auf eine zurückhaltende Haltung im Vorfeld der März-Sitzung hin, sodass die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70 % für eine Zinssenkung einpreisen. Die Umfrage der Agenten zu den Lohnerwartungen ergab einen Wert von 3,4 %, was die Zuversicht stärkt, dass sich der Disinflationsprozess fortsetzt. Die Kommunikation der BoE schien Modellen und Prognosen mehr Gewicht beizumessen als den aktuellen Daten. Die kurzfristigen Zinsen reagierten mit einem Rückgang um rund 10 Basispunkte, und das Pfund gab nach. Die grösste Unsicherheit bleibt weiterhin die politische Lage, da der Druck auf Starmer zunimmt und die Risiken einer innerparteilichen Spaltung der Labour Party noch vor den Kommunalwahlen im Mai steigen.

EZB – Der Status quo bleibt bestehen

Am vergangenen Donnerstag bestätigte die EZB ihren aktuellen geldpolitischen Kurs. Weder in ihrer Erklärung noch in der Pressekonferenz mit Lagarde gab es Überraschungen. Lagarde bekräftigte erneut den datenabhängigen Ansatz, bei dem jede Sitzung einzeln betrachtet wird. Interessanterweise bekräftigte Lagarde auf die Frage nach der Stärke des Euro, dass die EZB keine Wechselkursziele verfolgt. Eine stärkere Währung könnte grundsätzlich die Hürde für Zinssenkungen senken, indem sie den Disinflationsdruck erhöht, obwohl die jüngsten USD-Bewegungen geringer ausfallen als im letzten Jahr.

CEE – Wind der Veränderung?

Unser Research-Team hat letzte Woche die Region Mittel- und Osteuropa besucht. Das Gesamtbild bleibt geprägt von einer nahezu makellosen Desinflation bei gleichzeitig robustem Wachstum, insbesondere in Polen und der Tschechischen Republik, wo stärkere Währungen die Güterinflation weiter nach unten drücken. In Ungarn richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Parlamentswahlen am 12. April. Zum ersten Mal seit Jahren steht Orban vor einer bedeutenden Herausforderung: Die Oppositionspartei Tisza unter der Führung von Peter Magyar liegt in einigen unabhängigen Umfragen mit mehr als 10 % in Führung, während Fidesz zunehmend unter Druck zu geraten scheint. Die Agenda von Tisza ist eindeutig pro-europäisch ausgerichtet und zielt darauf ab, eingefrorene EU-Gelder freizugeben und einen mittelfristigen Weg zur Einführung des Euro einzuschlagen, während gleichzeitig Reformen zur Bekämpfung der systemischen Korruption zugesagt werden. Obwohl das Wahlsystem weiterhin Fidesz begünstigt, entwickelt sich die Wahl zu einem Referendum über Orbán und die Beziehungen Ungarns zu Europa, was möglicherweise den Beginn eines neuen politischen Kapitels markiert.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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