Märkte – Der Krieg ist vorbei
Die Hoffnung auf eine dauerhafte Einigung im Nahostkonflikt ist mittlerweile weit verbreitet und treibt die Risikomärkte wieder auf Höchststände. Auch wenn die Rhetorik bisweilen harsch ist, zeigen sowohl die USA als auch der Iran ein recht starkes Interesse an einer Einigung. Die Märkte konzentrieren sich daher mehr auf Absichten als auf tatsächliche Fortschritte. Der am 7. April vereinbarte Waffenstillstand läuft am 21. April aus, doch beide Seiten signalisieren Spielraum für eine Verlängerung. Der angekündigte Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon erleichtert eine endgültige Einigung, doch bestehen weiterhin Differenzen hinsichtlich der nuklearen und sicherheitspolitischen Garantien, was bedeutet, dass mehr Zeit benötigt wird, um eine stabile Lage zu erreichen. Die wichtigsten Aktienindizes, insbesondere in den USA, haben in der vergangenen Woche die Höchststände vom Februar überschritten, und die Kreditspreads sind wieder auf den niedrigsten Stand des Jahres zurückgegangen. Die einzige Prämie bleibt bei den Zinsen bestehen, da die höhere Inflation ein Niveau erfordert, das 40 Basispunkte über dem von Februar liegt. Unabhängig vom Kriegsverlauf bleibt der Verkehr durch die Straße von Hormus gering (ca. 10 % des Vorkriegsniveaus) und der Ölpreis pendelt bei 100 USD (gegenüber 65 USD im Februar). Wir sind weiterhin der Ansicht, dass die Märkte das Potenzial für einen Nachfragerückgang aufgrund der Rohstoffpreise unterschätzen, und sehen das derzeitige Risikoniveau als Gelegenheit, Risiken abzusichern oder zu reduzieren.
IWF-Treffen: Optimistische Anleger trotz Unsicherheit im Energiesektor
Angesichts der Hoffnungen auf eine Lösung im Iran-Konflikt zeigten sich die Anleger gegenüber Risikoanlagen in den Industrieländern und Schwellenländern optimistisch. Nun verlagert sich der Schwerpunkt jedoch auf das Ausmass der Energieversorgungsstörungen infolge des Konflikts. JPM schätzt, dass es vier Monate dauern wird, bis sich die Energiemärkte wieder normalisieren – vorausgesetzt, die Straße von Hormus wird unverzüglich wieder geöffnet. Für die USA gehen die Anleger davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr unverändert lassen wird. Angesichts der unvorhersehbaren Politik und der anhaltenden Fortschritte bei der Absicherung stocken sie ihre Dollar-Short-Positionen wieder auf. In Europa sprachen sich die EZB und die BoE gegen sofortige Zinserhöhungen aus. Dabei stellten die Anleger fest, dass eine Zinserhöhung bei der EZB wahrscheinlicher ist als bei der BoE. Interessanterweise stand der private Kreditmarkt weniger im Fokus. Jamie Dimon (CEO von JPM) bezeichnete ihn als nicht systemrelevant. Die Diskussionen über KI drehten sich hauptsächlich um das neue Modell „Claude Mythos” und dessen Auswirkungen auf die Cybersicherheit. Die kurzfristigen wirtschaftlichen Folgen sind weiterhin ungewiss.
IWF-Treffen: Die Bullen sind zurück in den Schwellenländern
Die Anleger zeigen eine hohe Risikobereitschaft und sind gegenüber den Schwellenländern sehr optimistisch, da sie Inflationsschocks weitgehend ignorieren und Wachstumssorgen in den Hintergrund stellen. Wichtig ist, dass die Ausgangsbasis deutlich stärker ist als 2022: die Realzinsen sind höher und die Widerstandsfähigkeit gegenüber einem Energieschock ist grösser, auch wenn der fiskalische Spielraum nun enger ist. Ein klarer und weit verbreiteter Konsens lautet, den Dollar zu verkaufen. Dies wird durch fiskalische Sorgen und politische Unsicherheit angetrieben. Es werden weitere Abwärtsbewegungen erwartet, was die Währungen der Schwellenländer begünstigt. Lateinamerika sticht als Hauptnutznießer hervor: Die Region profitiert von hohen Öleinnahmen, widerstandsfähigem Wachstum und dem starken Interesse der Anleger an den bevorstehenden Wahlen in Kolumbien und Brasilien. In Bezug auf das USMCA-Abkommen ist die Stimmung konstruktiv: Investoren betrachten die aktuellen Diskussionen eher als Überprüfung denn als Neuverhandlung und rechnen mit einer Einigung. Mittel- und Osteuropa ist gut positioniert, um Schocks abzufedern, auch wenn fiskalische Risiken bestehen bleiben. Im Gegensatz dazu verliert die Golfregion angesichts wachsender Unsicherheiten bezüglich der Energieinfrastruktur und der Verteidigungsausgaben an Attraktivität als sicherer Hafen. Für den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine wird trotz positiverer Schlagzeilen weiterhin mit einer langwierigen Entwicklung gerechnet.
Algebris Investments’ Global Credit Team
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