Marktmeinungen · Globale Anleihen

Global Credit Bullets | Montag, 27. April 2026

Eine weitere Woche, eine weitere Runde schlagzeilengetriebener Volatilität, da sich die Verhandlungen erneut verzögert haben. Anfang letzter Woche fanden die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran nicht statt, was die Fragilität des diplomatischen Prozesses noch deutlicher machte. Bei seiner Anhörung vor dem Senat schlug der designierte FED-Vorsitzende Kevin Warsh einen weitgehend zurückhaltenden Ton an, hob die potenziellen Produktivitätsgewinne durch KI hervor und verteidigte gleichzeitig entschieden die Unabhängigkeit der Zentralbank. Es wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag unverändert lässt. Da die Inflation im Euroraum weiterhin gedämpft ist, deuten die jüngsten Äusserungen darauf hin, dass es noch zu früh ist, um den Beginn eines neuen Straffungszyklus in Betracht zu ziehen.
27. April 2026
Iran – Waffenstillstand verschoben, Ölpreis gestiegen

Eine weitere Woche, eine weitere Runde schlagzeilengetriebener Volatilität, da sich die Verhandlungen erneut verzögert haben. Anfang letzter Woche fanden die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran nicht statt, was die Fragilität des diplomatischen Prozesses noch deutlicher machte. Berichten vom vergangenen Donnerstag zufolge soll sich Mohammad Ghalibaf aus den Verhandlungen zurückgezogen haben, was darauf hindeutet, dass die Islamische Revolutionsgarde nun die volle Kontrolle über die iranische Seite hat. Die Raketen- und Drohnenaktivitäten des Iran in Richtung der Golfstaaten haben praktisch aufgehört, doch der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus ist nach wie vor deutlich eingeschränkt und liegt immer noch weit unter dem Vorkriegsniveau. Da sich die Märkte wieder in der Nähe der Höchststände befinden, die bei der ursprünglichen Öffnung von Hormus erreicht wurden, scheint Trump nicht bereit zu sein, eine Enttäuschung der Märkte zu riskieren oder einen weiteren Anstieg der Ölpreise auszulösen. Infolgedessen werden die Verhandlungsfristen weiter verschoben, obwohl die Ölpreise letzte Woche erneut über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen sind. Die Märkte befinden sich daher in einem zunehmend fragilen Gleichgewicht: Hohe Bewertungen prallen auf schwächere Fundamentaldaten, insbesondere bei Risikoanlagen, was die Märkte verständlicherweise nervös macht.

FED – Warsh schreibt das Drehbuch neu

Bei seiner Anhörung vor dem Senat schlug der designierte FED-Vorsitzende Kevin Warsh einen weitgehend zurückhaltenden Ton an, hob die potenziellen Produktivitätsgewinne durch KI hervor und verteidigte gleichzeitig entschieden die Unabhängigkeit der Zentralbank. Er äusserte sich besonders kritisch gegenüber der Forward Guidance und dem Dot Plot und argumentierte, dass beide die Flexibilität der Geldpolitik einschränken könnten. Gleichzeitig bekräftigte und verteidigte er seine restriktive Haltung während der Krise von 2008. Warsh vermied es, neue Einzelheiten zur Bilanzverkürzung zu nennen, obwohl er sich zuvor für einen aktiveren Ansatz ausgesprochen hatte. Sein Rahmenkonzept deutet jedoch auf eine zurückhaltendere Einschätzung der aktuellen Inflationsdynamik hin. Unter Verwendung einer Trimm-Mittelwert-Methode würde ein 12-Monats-Inflationsindikator auf einem deutlich niedrigeren Niveau liegen als der tatsächliche Kern-PCE. Er bezeichnete den Inflationstrend ab dem aktuellen Zeitpunkt zudem als „ziemlich günstig“. Auf politischer Ebene blockiert Senator Thom Tillis derzeit das Bestätigungsverfahren, bis die Untersuchungen gegen Jerome Powell abgeschlossen sind. Unterdessen preisen die Märkte zunehmend eine anhaltende Zurückhaltung der Fed ein, da die Äusserungen der Vertreter recht ausgewogen wirkten.

EZB – Zwischen zwei Fronten

Es wird allgemein erwartet, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag unverändert lässt. Da die Inflation im Euroraum weiterhin gedämpft ist, deuten die jüngsten Äusserungen darauf hin, dass es noch zu früh ist, um den Beginn eines neuen Straffungszyklus in Betracht zu ziehen. Das Wachstumsumfeld bleibt jedoch schwach. Die Konjunkturdaten in ganz Europa enttäuschen weiterhin, im Gegensatz zu der widerstandsfähigeren Dynamik in den USA und Grossbritannien. Diese Divergenz verstärkt einen anderen politischen Zielkonflikt, da die europäischen Entscheidungsträger den Wachstumsrisiken möglicherweise relativ mehr Gewicht beimessen als den Inflationssorgen.

Trotzdem preisen die Märkte weiterhin eine weitere Straffung ein, wobei bis zum Jahresende mehr als zwei Zinserhöhungen erwartet werden. Gleichzeitig werden die Wachstumsprognosen nach unten korrigiert, wenn auch nur moderat im Vergleich zum Ausmass der potenziellen Abwärtsrisiken. Dies erscheint selbstgefällig, insbesondere angesichts des im Vergleich zu früheren Schocks wie 2022 deutlich engeren fiskalischen Spielraums. Gleichzeitig ist es unwahrscheinlich, dass die Märkte zusätzliche Haushaltsabweichungen tolerieren, ohne am langen Ende der Kurve eine höhere Vergütung zu verlangen.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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