USA – US-Finanzministerium stützt Staatsanleihen
In der vergangenen Woche griff das US-Finanzministerium ein, um das lange Ende der Zinskurve zu stützen. Es kündigte eine Ausweitung der Rückkäufe von länger laufenden US-Staatsanleihen an. Dieser Schritt folgte auf einen Ausverkauf von rund 40 Basispunkten bei den 30-jährigen Renditen im Juli und August. Er deutet darauf hin, dass die Renditen am langen Ende für die Regierung zunehmend zu einem wichtigen Belastungsfaktor werden.
Die Massnahme könnte zusätzliche Rückkaufkapazitäten am langen Ende von mindestens 66 Mrd. USD pro Jahr schaffen. Das entspricht rund 15 % der Emissionen länger laufender Treasuries in Höhe von etwa 450 Mrd. USD. Die erste Marktreaktion war positiv: Die Renditen am langen Ende sanken um rund 10 Basispunkte, wenngleich ein Teil dieser Bewegung in den folgenden 24 Stunden wieder umgekehrt wurde.
Allerdings bleibt der Handlungsspielraum des Finanzministeriums im Vergleich zur Grösse des Haushaltsdefizits und zur Tiefe des Treasury-Marktes relativ begrenzt. Die zentrale Herausforderung bleibt die Aufnahme des hohen Angebots. Bei einem erwarteten US-Haushaltsdefizit von knapp zwei Bio. USD sowie Netto-Coupon-Emissionen von rund 1,2 Bio. USD muss der Markt ein sehr grosses Volumen an Duration absorbieren. Dies geschieht gleichzeitig mit einer deutlichen Ausweitung der Anleiheemissionen durch Hyperscaler und andere Unternehmen.
Jackson Hole – Warten auf Klarheit
Am Freitag wird Kevin Warsh seine Rede beim Jackson-Hole-Symposium halten. Von dem Vorsitzenden der US-Notenbank Fed wird ein substanzielles Update dazu erwartet, wie die Fed das Inflationsproblem angehen will – insbesondere nach der uneinheitlichen Kommunikation auf der Pressekonferenz im Juli. Bislang hat die Fed darauf verzichtet, klare Forward Guidance zu geben, wodurch ihre Reaktionsfunktion ungewöhnlich unsicher bleibt.
Diese Unsicherheit trägt zu einer steileren US-Treasury-Kurve bei, wobei die Renditen am langen Ende als wichtigstes Ventil fungieren. Dies steht teilweise im Widerspruch zu dem, was Bessent mit niedrigeren langfristigen Renditen zu erreichen versucht, und könnte auf eine geringere Koordination zwischen Fed und Finanzministerium hindeuten, als einige Marktteilnehmer erwartet hatten.
Die zentrale Frage für Jackson Hole lautet daher, ob Warsh mehr Klarheit über die Inflationsstrategie der Fed schaffen kann, ohne den Ausschuss auf einen bestimmten geldpolitischen Pfad festzulegen.
Algebris Investments’ Global Credit Team
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