Marktmeinungen · Globale Anleihen

Global Credit Bullets | Montag, 3. August 2026

Die Sitzung im Juli verstärkte die Zweifel der Märkte an der Entschlossenheit des neuen Vorsitzenden der US-Notenbank im Kampf gegen die Inflation. Die Bank of England und die Bank of Japan folgten dem Beispiel der US-Notenbank und beliessen ihre Leitzinsen unverändert bei 3,75 Prozent beziehungsweise 1%. Der Krieg im Iran eskaliert weiter, wobei sich sowohl die Dauer des Konflikts als auch der Kreis der beteiligten Akteure ausweiten.
3. August 2026
Fed – Glaubwürdigkeit auf dem Prüfstand

Die Sitzung im Juli verstärkte die Zweifel der Märkte an der Entschlossenheit des neuen Vorsitzenden der US-Notenbank im Kampf gegen die Inflation. Der Leitzins wurde wie erwartet in einer Spanne von 3,50–3,75 % unverändert belassen. Die begleitenden Aussagen vermittelten jedoch einen deutlich nachsichtigeren Umgang mit dem jüngsten Anstieg der Inflation, als von den Märkten nach der Sitzung im Juni erwartet.

Fed-Chef Warsh vermied Hinweise auf mögliche Zinserhöhungen im September und wies darauf hin, dass die Märkte durch höhere Realrenditen bereits selbst zur Eindämmung der Inflation beitrügen. Er betonte jedoch nicht, dass die Geldpolitik entsprechend nachziehen müsse. Insgesamt fiel die Einschätzung der Inflationsentwicklung moderat aus, obwohl die Gesamtinflation zuletzt näher bei 4 % und damit etwa doppelt so hoch wie das Inflationsziel lag.

Die Märkte reagierten mit einer Abschwächung des US-Dollars und einer deutlichen Versteilerung der Zinskurve. Der Renditeabstand zwischen zwei- und 30-jährigen US-Staatsanleihen weitete sich an diesem Tag um 15 Basispunkte aus. Sollten sich die Konjunkturdaten nicht abschwächen und Zinserhöhungen der Fed nicht wieder stärker in den Fokus rücken, dürfte sich die Zinskurve weiter versteilern. In vergleichbaren historischen Phasen erreichten die Renditeabstände deutlich höhere Niveaus.

Globale Zentralbanken – Abwarten und beobachten

Die Bank of England und die Bank of Japan folgten dem Beispiel der US-Notenbank und liessen ihre Leitzinsen unverändert bei 3,75 Prozent beziehungsweise 1%. Bank of England schlug einen eher „dovishen” Ton an und beschrieb die wirtschaftliche Aktivität als schwach. Dies sorgte für Entspannung am kurzen Ende der Zinskurve, wo die Renditen in den vergangenen Wochen aufgrund höherer Ölpreise und zunehmender fiskalpolitischer Sorgen deutlich gestiegen waren. Die Bank of Japan signalisierte ihre Bereitschaft, den Zinserhöhungszyklus im Jahr 2026 fortzusetzen, ohne sich jedoch auf einen konkreten Zeitplan festzulegen. Zudem intervenierte die Zentralbank am Devisenmarkt, um das durch die dovishe Haltung der Fed entstandene Umfeld zu nutzen. Dies führte zu einer starken wöchentlichen Bewegung des Yen. Ohne eine anschliessende geldpolitische Straffung dürfte die Intervention jedoch kaum nachhaltige Wirkung entfalten.

Iran-Krieg – länger und breiter

Der Krieg im Iran eskaliert weiter, wobei sich sowohl die Dauer des Konflikts als auch der Kreis der beteiligten Akteure ausweiten. Die im Juni zwischen den USA und dem Iran unterzeichnete Absichtserklärung ist inzwischen hinfällig, und die Kämpfe rund um die Strasse von Hormus dauern an. Auch die Huthi-Miliz und der Jemen sind inzwischen stärker in den Konflikt involviert. Es kam zu Raketenangriffen auf Saudi-Arabien sowie zu Drohungen gegen die westlich gelegenen Seewege durch Bab al-Mandab und den Suezkanal. In den vergangenen drei Wochen wurden zudem Ägypten, Jordanien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain angegriffen, wodurch das Risiko einer unbeabsichtigten weiteren Eskalation gestiegen ist. Die Ölpreise bleiben erhöht, liegen jedoch weiterhin unter den im März erreichten Niveaus. Äusserungen aus den USA deuten darauf hin, dass das Interesse an einer Verhandlungslösung nach wie vor gross ist. Gleichzeitig sehen wir ein zunehmendes Risiko weiterer Angebotsausfälle am globalen Ölmarkt und damit einhergehend einen erneuten Anstieg der Ölpreise.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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