Marktmeinungen · Globale Anleihen

Global Credit Bullets | Montag, 13. April 2026

Letzte Woche kündigte Präsident Trump einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran an. Damit beendete er eine Eskalation, die sich auf mehrere Fronten in der Region ausgeweitet hatte. Die Gespräche am Wochenende blieben ohne Ergebnis und die USA drohten mit einer Seeblockade in der Meerenge von Hormus. Die Märkte sind bei Risikoanlagen weitgehend zu den Kursniveaus vor dem Konflikt zurückgekehrt. Die Zinsen erzählen jedoch eine andere Geschichte. In Ungarn verzeichnet Tisza einen historischen Erdrutschsieg.
13. April 2026
Iran – Von Raketen zu Gesprächen: Ein 10-Punkte-Waffenstillstand

Letzte Woche kündigte Präsident Trump einen zweiwöchigen Waffenstillstand mit dem Iran an. Damit beendete er eine Eskalation, die sich auf mehrere Fronten in der Region ausgeweitet hatte. Während am Tag der Ankündigung noch Raketen und Drohnen zum Einsatz kamen, gingen die Angriffe kurz darauf rasch auf nahezu null zurück. Der Waffenstillstand scheint Teil einer umfassenderen Deeskalationsinitiative der USA zu sein, die sich auf eine 10-Punkte-Liste stützt und den Weg für Verhandlungen ebnen soll. Ein Schlüsselelement dieser Deeskalation war der direkte Druck der USA auf Benjamin Netanjahu, eine weitere Eskalation, insbesondere im Libanon, zu vermeiden. Israel war aktiv gegen mit dem Iran verbundene Ziele und Stellungen der Hisbollah vorgegangen, wodurch sich das Risiko eines grösseren Konflikts an der libanesischen Front erhöht hatte. Washington scheint jedoch eingegriffen zu haben, um weitere Operationen zu stoppen, wodurch das Risiko eines Krieges an mehreren Fronten wirksam eingedämmt wurde. Mit Blick auf die Zukunft dürfte der Waffenstillstand den Weg für formelle Gespräche ebnen, da die diplomatischen Kanäle nun wieder aktiviert wurden. Doch die Lage bleibt fragil. Die Gespräche am Wochenende blieben ohne Ergebnis und die USA drohten mit einer Seeblockade in der Meerenge von Hormus. Dies signalisiert, dass sie eine absichtliche Sperrung der Meerenge während des Waffenstillstands nicht tolerieren werden.

Makroökonomische Auswirkungen- Der Schock lässt nach, die Folgen halten an.

Die Märkte sind bei Risikoanlagen weitgehend zu den Kursniveaus vor dem Konflikt zurückgekehrt. Die Zinsen erzählen jedoch eine andere Geschichte. Die Anleger haben einen Wachstumsschock zwar weitgehend eingepreist, sehen die Inflation aber nach wie vor als bleibenden Schaden an. Dies spiegelt sich in den Renditen von US-Staatsanleihen und Bundesanleihen wider.
Sollte der Waffenstillstand halten, dürfte der Wachstumsrückgang vorerst begrenzt bleiben. Die Inflation wird jedoch weiterhin unter Druck stehen. Der frühere Ölpreisanstieg schlägt sich nach wie vor im Verbraucherpreisindex nieder. Zudem unterschätzen die Märkte möglicherweise die Zweitrundeneffekte über Lieferketten, Düngemittel und Lebensmittelpreise. Das kurze Ende der Zinskurve hat sich bereits bewegt, doch die Zentralbanken dürften weiterhin eine restriktive Haltung einnehmen. Auch die Renditen am langen Ende bleiben hoch, wobei fiskalische Bedenken wieder zu einem Schlüsselfaktor werden.
Die Rohstoffpreise sind zwar von ihren Höchstständen zurückgegangen, doch eine geopolitische Prämie ist nach wie vor eingepreist. Solange der Waffenstillstand fragil bleibt, wird diese Prämie wohl nicht verschwinden.

Ungarn: Tisza mit absoluter Mehrheit – Ende der Orbán-Ära

In Ungarn verzeichnet Tisza einen historischen Erdrutschsieg. Damit dürfte die Partei eine verfassungsmässige Zweidrittelmehrheit erreichen, Viktor Orbán nach vier aufeinanderfolgenden Amtszeiten ablösen und die Umfragen übertreffen, die bereits auf eine historische einfache Mehrheit hingedeutet hatten. Nach Auszählung von 98,72 % der Stimmen liegt Tisza bei 54 % (138/199 Sitze), gefolgt von Fidesz mit 38 % (55 Sitze). Die Rekordwahlbeteiligung von 80 % liegt deutlich über dem Durchschnitt von 63 % sowie dem bisherigen Höchstwert von 73,5 % aus dem Jahr 2022 und unterstreicht die Stärke des Mandats. Der Erdrutschsieg verschafft die vollständige legislative und verfassungsrechtliche Kontrolle und ermöglicht die von der EU geforderten Reformen, um Finanzmittel freizugeben. Ein sofortiger Neustart der EU-Beziehungen wird erwartet. Das Reformversprechen dürfte ausreichen, um die Freigabe der eingefrorenen EU-Investitionszuschüsse und SAFE-Darlehen noch vor der vollständigen Umsetzung einzuleiten. RRF-Mittel (6,4 Mrd. €) dürften bereits in diesem Sommer fliessen, da die EU rasch handelt, um Ungarn zu unterstützen. Auch bei den Darlehen wird aussergewöhnliche Flexibilität gewährt. Das starke Mandat unterstützt einen Kurswechsel hin zu einer umsichtigeren Finanzpolitik und ist aufgrund des Abbaus politischer Spannungen auf EU-Ebene ein klarer Pluspunkt für die Ukraine.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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