Marktmeinungen · Globale Anleihen

Global Credit Bullets | Montag, 4. Mai 2026

Die Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin ungelöst. Die Seeblockade besteht weiterhin und nur eine begrenzte Anzahl von Schiffen kann die Strasse von Hormus passieren. Am vergangenen Mittwoch liess die Federal Reserve die Zinsen wie allgemein erwartet unverändert. Letzte Woche liessen sowohl die EZB als auch die BoE die Zinsen unverändert, was den Markterwartungen entsprach. Beide Zentralbanken scheinen nun mit drei Szenarien zu arbeiten, die sich nach dem künftigen Verlauf der Energiepreise richten.
4. Mai 2026
Naher Osten – Pattsituation im Iran, Risse in der OPEC

Die Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin ungelöst. Die Seeblockade besteht weiterhin und nur eine begrenzte Anzahl von Schiffen kann die Strasse von Hormus passieren. Schlagzeilen der Woche deuteten darauf hin, dass Präsident Trump bereit sein könnte, die Blockade über Monate hinweg aufrechtzuerhalten, um den Iran hinsichtlich seines Atomprogramms an den Verhandlungstisch zurückzubringen. Im Laufe der Woche stiegen die Ölpreise an, wobei Brent kurzzeitig 125 USD/Barrel erreichte, bevor der Preis am Donnerstag wieder nachgab. Gleichzeitig verschärften sich die Spannungen innerhalb der OPEC. Am vergangenen Mittwoch kündigten die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Austritt aus der OPEC und der OPEC+ an, wodurch sich die Kluft zu Saudi-Arabien vergrösserte. Während Riad weiterhin eher dazu neigt, Förderkürzungen zu unterstützen, um die Preise hoch zu halten und seine inländischen Projekte zu finanzieren, haben die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Produktionskapazitäten in den letzten Jahren ausgebaut und scheinen eher bereit zu sein, das Angebot zu erhöhen.

Fed – Status quo und Abschied

Am vergangenen Mittwoch liess die Federal Reserve die Zinsen wie allgemein erwartet unverändert. In seiner letzten Pressekonferenz als Vorsitzender erklärte Powell, er werde entgegen der Tradition nicht aus dem Gouverneursrat ausscheiden, um die Unabhängigkeit der Fed zu wahren. Gouverneur Marvin muss daher automatisch zurücktreten und seinen Sitz dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh überlassen.

Der Ton der Presse war restriktiv. Powell betonte, dass die Wirtschaft weiterhin widerstandsfähig sei, die Konsumausgaben nach wie vor stark seien und die Arbeitslosigkeit im historischen Vergleich niedrig sei. Zudem erklärte er, die Geldpolitik befinde sich am oberen Ende des neutralen Bereichs oder sei leicht restriktiv, wodurch die Fed gut positioniert sei, um eingehende Daten zu bewerten. Powell hob ausserdem hervor, dass die US-Wirtschaft heute weitaus weniger energieintensiv ist als in den 1980er- und 1990er-Jahren. Dennoch preisen die Märkte derzeit nur eine geringe Restriktion in den kurzfristigen Zinsen ein. Warshs Argument, dass die Inflationsrate auf Basis des Trimm-Mittelwerts schwächer ausfällt, scheint derzeit nicht stark genug zu sein, um kurzfristige Zinssenkungen zu rechtfertigen.

EZB und BoE – Bereit zum Handeln

Letzte Woche liessen sowohl die EZB als auch die BoE die Zinsen unverändert, was den Markterwartungen entsprach. Beide Zentralbanken scheinen nun mit drei Szenarien zu arbeiten, die sich nach dem künftigen Verlauf der Energiepreise richten. Bei der BoE fiel die Abstimmung mit 8:1 aus: Pill war die Einzige, die für eine Zinserhöhung stimmte. EZB-Präsidentin Lagarde gab sich zurückhaltend, als sie betonte, dass die Wachstumsrisiken gestiegen seien. Gleichzeitig bereitete sie die Märkte auf eine mögliche Zinserhöhung im Juni vor. Nach Lagardes Pressekonferenz äusserten sich Quellen aus der EZB eher restriktiv und deuteten an, dass das Ausmass der erforderlichen Straffung bereits vor der Entscheidung der vergangenen Woche diskutiert worden sei. Vieles wird von den Zweitrundeneffekten und den Entwicklungen im Nahen Osten abhängen. Die kurzfristigen Zinsen legten an diesem Tag um rund 10 Basispunkte zu, was auch durch eine positivere globale Stimmung gestützt wurde. Da für 2026 fast drei Zinserhöhungen bei der EZB und mehr als zwei bei der BoE eingepreist sind, haben beide Zentralbanken nun etwas Zeit, die Lage zu beurteilen. Doch bis Juni könnten sie gezwungen sein, zu handeln, um zu verhindern, dass der Energieschock in eine breitere Inflation übergreift und ihren Volkswirtschaften weiteren Schaden zufügt.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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