Warsh spricht, Zinserhöhung im September zeichnet sich ab
Die mit Spannung erwartete Rede von Warsh auf dem Jackson-Hole-Symposium verschaffte den Märkten zwar mehr Klarheit, lieferte aber kaum Antworten. Der Fed-Vorsitzende gab eine restriktive Einschätzung der Wirtschaftslage ab und lieferte klarere Hinweise auf die Reaktionsfunktion der Fed.
Er betonte, dass die kurzfristigen Zinsen das wichtigste Instrument zur Erfüllung des doppelten Mandats der Fed bleiben sollten, und machte deutlich, dass die Entscheidungsträger bereit sein müssen zu handeln, da sich der Inflationstrend nicht verbessert hat.
Die Märkte nahmen die grössere Klarheit positiv auf. Die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen stiegen um rund 8 Basispunkte, während der Dollar und das lange Ende der Kurve etwas Entlastung fanden. Da eine Zinserhöhung im September nun mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 60 % eingepreist ist, würde es einer deutlichen Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt oder überraschend moderaten Inflationsdaten bedürfen, um einen Zinsanstieg bei der nächsten Sitzung zu verhindern.
Eskalationsrisiken wieder im Fokus
Der überraschende Besuch von CIA-Direktor Ratcliffe in Moskau in der vergangenen Woche hat das Risiko einer umfassenderen Eskalation durch Russland wieder in den Fokus gerückt. Laut Presseberichten reiste Ratcliffe unter anderem nach Russland, um Moskau vor jeglichem Versuch zu warnen, die Einheit der NATO auf die Probe zu stellen. Hintergrund sind Einschätzungen der US-Geheimdienste, denen zufolge der Kreml eine begrenzte Aktion gegen ein NATO-Mitglied, möglicherweise im Baltikum, in Erwägung ziehen könnte. Der Besuch sollte jedoch nicht als Anzeichen dafür gewertet werden, dass ein solcher Angriff unmittelbar bevorsteht.
Die wirtschaftliche Lage in Russland wird zunehmend schwieriger, was den Anreiz erhöht, den Druck zu verstärken, anstatt rasch auf Verhandlungen hinzuarbeiten. Der wahrscheinlichste Weg ist eine Intensivierung der Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur und andere kritische Infrastrukturen, gepaart mit anhaltendem militärischem Druck auf dem Schlachtfeld.
Im extremsten Fall könnte Moskau auch versuchen, den Zusammenhalt der NATO durch hybride Operationen oder begrenzte Provokationen auf die Probe zu stellen – insbesondere zu einem Zeitpunkt, an dem die Bestände der westlichen Luftabwehr und der Abfangjäger durch gleichzeitige Anforderungen in der Ukraine und im Nahen Osten Berichten zufolge zunehmend unter Druck geraten.
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