Höher, aber noch nicht dramatisch
In der vergangenen Woche weiteten die Huthi ihre Militäroffensive auf die Meerenge von Bab el-Mandeb aus. Das brachte weitere Risiken für den weltweiten Handel und die Ölexporte mit sich. Die Öl- und Gaspreise erreichten neue Höchststände: Rohöl kostete über 100 US-Dollar pro Barrel und Gas über 80 Euro pro MWh.
Da entlang der Ost-West-Pipeline Brände ausgebrochen sind, geraten die Ölexporte Saudi-Arabiens unter Druck. Saudi-Arabien gab zudem bekannt, dass seine Produktion auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren gesunken sei. Für diese Woche ist ein ungewöhnliches Treffen zwischen den Golfstaaten und dem Iran geplant, um den Handel durch die Strasse von Hormus zu erörtern. Dies deutet darauf hin, dass der Einfluss des Irans zunimmt, während der Einfluss der Vereinigten Staaten offenbar nachlässt. Derzeit preisen die Märkte jedoch keine nennenswerten Konsequenzen für Risikoanlagen ein. Im Gegensatz zu früheren Episoden geopolitischer Spannungen spiegelt sich die Anpassung hauptsächlich in den Zinsen wider.
der Markt gegen „das Haus“
„Ich bin jetzt das Haus“ und „Ihr könnt gegen mich wetten, wenn ihr wollt“, sagte Finanzminister Scott Bessent letzte Woche. Der Markt stellt ihn nun aktiv auf die Probe. Die Ankündigung eines Rückkaufprogramms für Staatsanleihen führte zu höheren Renditen am langen Ende der Kurve, was auf Enttäuschung unter den Anlegern hindeutet. Obwohl das Finanzministerium Rückkäufe in Höhe von 6 Milliarden Dollar angekündigt hatte, wurden letztendlich nur etwas mehr als 5 Milliarden Dollar umgesetzt. Da die Ölpreise und die Inflation Druck auf das kurze Ende der Kurve ausüben, finden die langfristigen Renditen kaum Entlastung und haben daher neue Höchststände erreicht. Insgesamt erscheinen die Massnahmen im Verhältnis zum Ausmass des fiskalischen Problems nach wie vor gering. Die mangelnde Bereitschaft zur Haushaltskonsolidierung verschlechtert die Aussichten zusätzlich.
Zinserhöhungen eingepreist, Entscheidung in dieser Woche
In dieser Woche preisen die Märkte Zinserhöhungen um 25 Basispunkte seitens der FED und der BOJ ein. In Grossbritannien wird hingegen davon ausgegangen, dass die BOE die Zinsen unverändert lässt, obwohl weiterhin Risiken bestehen. Nach der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindexes am vergangenen Freitag steht Warsh unter Druck. Sollte er die Erwartungen nicht erfüllen, könnte dies eine Glaubwürdigkeitskrise mit weitreichenden Folgen auslösen. Zudem werden aktualisierte Prognosen veröffentlicht, die möglicherweise mehr Klarheit über den künftigen Zinspfad schaffen. Wenn die Fed eher als Beginn eines neuen Zinserhöhungszyklus, denn als Feinabstimmung der Geldpolitik wahrgenommen wird, könnte dies Auswirkungen auf Risikoanlagen haben. In Japan gilt dieselbe Dynamik, doch der entscheidende Indikator ist der Yen. Nach der jüngsten Intervention muss die BOJ Ergebnisse liefern und könnte die Märkte mit einer restriktiveren Haltung überraschen müssen, um eine weitere Aufwertung des Yen zu unterstützen. In Grossbritannien wird die Bank of England die Zinsen wahrscheinlich unverändert lassen, da sich die Konjunktur nicht wesentlich beschleunigt hat. Der jüngste Inflationsanstieg wird jedoch genau beobachtet.
Algebris Investments’ Global Credit Team
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