Marktmeinungen · Globale Anleihen

Global Credit Bullets | Montag, 29. Juni 2026

Die ersten Auswirkungen der Warsh-Fed zeigen sich zunehmend an den Märkten, und der zentrale Treiber ist klar: Glaubwürdigkeit In ganz Lateinamerika zeichnet sich ein politischer Regimewechsel ab. Die Wahl Mileis in Argentinien im Jahr 2023 markierte den Beginn einer breiteren rechten Welle, die sich seitdem über die gesamte Region ausgebreitet hat. Venezuela bleibt ein Sonderfall.
29. Juni 2026
FED – Die Glaubwürdigkeit ist zurück

Die ersten Auswirkungen der Warsh-Fed zeigen sich zunehmend an den Märkten, und der zentrale Treiber ist klar: Glaubwürdigkeit. Indem der neue Fed-Vorsitzende das Inflationsziel von 2 % bekräftigt und an einem orthodoxen geldpolitischen Kurs festhält, hat er Anlegern signalisiert, dass die US-Geldpolitik verankert, regelbasiert und auf Preisstabilität ausgerichtet bleibt.
Die Marktreaktion war eindeutig: Der Dollar hat aufgewertet, die Zinskurven haben sich abgeflacht und die 10-jährigen Breakeven-Inflationsraten wurden deutlich nach unten neu bewertet. Ein Teil dieser Bewegung spiegelt auch ein günstigeres externes Umfeld wider, da die Deeskalation im Nahen Osten die Ölpreise auf neue Jahrestiefs und nahe an das untere Ende der Spanne seit der Pandemie gedrückt hat.
Die übergeordnete Botschaft ist jedoch, dass die Märkte beginnen, wieder Vertrauen in die Reaktionsfunktion der Fed aufzubauen. Nach Monaten, in denen politische Einflussnahme und hartnäckige Inflation Fragen zur institutionellen Glaubwürdigkeit aufgeworfen hatten, hat Warshs frühe Kommunikation dazu beigetragen, das Narrativ neu auszurichten.

LateinamerikaDer Rechtsruck

In ganz Lateinamerika zeichnet sich ein politischer Regimewechsel ab. Die Wahl Mileis in Argentinien im Jahr 2023 markierte den Beginn einer breiteren rechten Welle, die sich seitdem über die gesamte Region ausgebreitet hat. Bukele festigte in El Salvador ein sicherheitsorientiertes Modell, Noboa verstärkte den antipopulistischen Kurswechsel in Ecuador und Rodrigo Paz leitete in Bolivien einen solchen ein. Keiko Fujimori in Peru – sofern ihre Wahl offiziell bestätigt wird – und Abelardo de la Espriella in Kolumbien werden ihre Länder ebenfalls in eine marktfreundlichere und stärker an die USA angepasste Richtung lenken. Venezuela bleibt ein Sonderfall, doch ein Übergang nach der Ära Maduro würde ebenfalls wahrscheinlich eine stärker an den USA ausgerichtete und marktfreundliche Richtung bedeuten. Die nächste entscheidende Bewährungsprobe wird Brasilien sein, wo die Wahl angesichts der sich verschärfenden Haushaltsprobleme des Landes von entscheidender Bedeutung sein wird. In Mexiko ist die Lage etwas anders, da Sheinbaum weiterhin fest im Sattel sitzt. Doch auch dort wird die regionale Richtung immer deutlicher: Nach Jahren des Populismus, der Haushaltsausuferung und schwacher politischer Glaubwürdigkeit wenden sich die Wähler Regierungen zu, die Sicherheit, Haushaltsdisziplin, stärkere Institutionen und eine engere Ausrichtung auf die USA versprechen. Für die Märkte könnte dies eine tiefgreifende Veränderung bedeuten. Nach Jahren lockerer Finanzpolitik, einer schwachen Sicherheitslage und institutioneller Unsicherheit beinhalten lokale Vermögenswerte in der gesamten Region nach wie vor erhebliche Risikoprämien. Wenn es den neuen Regierungen gelingt, Haushaltskonsolidierung und Regierungsfähigkeit zu obersten Prioritäten zu machen, ist der Spielraum für eine Verringerung dieser Risikoprämien beträchtlich. In einigen Ländern hat dieser Prozess bereits begonnen.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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