Market Views · Global Credit

Global Credit Bullets | Montag, 25. Mai 2026

In der vergangenen Woche verliehen die sich verbessernden Aussichten auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran der Risikobereitschaft an den Märkten weiteren Schwung. Der hawkische Kurswechsel der Fed gewann letzte Woche weiter an Dynamik, da die Märkte ihre Erwartungen hinsichtlich des künftigen Vorsitzenden neu bewerteten. Letzte Woche hat ein türkisches Gericht die Ergebnisse des Parteitags der grössten Oppositionspartei CHP für das Jahr 2023 für ungültig erklärt. Dies hat die internen Spaltungen innerhalb der Partei weiter vertieft. Für die Märkte erhöht dies die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit, dass Präsident Erdoğan vorgezogene Wahlen ausruft.
25. Mai 2026
Iran: Aussichten auf ein Abkommen

In der vergangenen Woche verliehen die sich verbessernden Aussichten auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran der Risikobereitschaft an den Märkten weiteren Schwung. Dies trug dazu bei, dass die Aktienkurse wieder nahe an ihre jüngsten Höchststände heranrückten. Die Schlagzeilen sind nach wie vor spekulativ, da bislang keine offizielle Einigung bestätigt wurde. Doch sie reichten aus, um die allgemeine Risikobereitschaft zu stützen.

Die USA scheinen zunehmend bereit zu sein, in einigen Kernpunkten Zugeständnisse zu machen, auch wenn noch nichts offiziell bestätigt wurde. Nun wird ein 30-tägiger Waffenstillstand erwartet, während dessen Verhandlungen stattfinden sollen – angeblich mit Pakistan als Vermittler.

Da die Ölpreise nach wie vor hoch sind und Risikoanlagen bereits nahe ihren jüngsten Höchstständen gehandelt werden, sind die Märkte unserer Meinung nach zunehmend anfällig für Enttäuschungen. Jeder Rückschlag bei den Verhandlungen oder jedes Anzeichen dafür, dass die Rahmenbedingungen für den Waffenstillstand schwächer ausfallen als erwartet, könnte die Märkte schnell verunsichern und eine Umkehr der jüngsten Risiko-Rallye auslösen.

Ein hawkischer Kurswechsel der Fed

Der hawkische Kurswechsel der Fed gewann letzte Woche weiter an Dynamik, da die Märkte ihre Erwartungen hinsichtlich des künftigen Vorsitzenden neu bewerteten. Warsh, der ursprünglich als Befürworter von Zinssenkungen galt, könnte sein Amt nun unter weitaus schwierigeren Bedingungen antreten. Denn die Inflationsrisiken sind nach wie vor hoch und die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen könnten sich auf dem höchsten Stand seit Greenspan im August 1987 befinden.

Am vergangenen Freitag bekräftigte Fed-Gouverneur Waller in seiner Rede den hawkischen Kurswechsel. Er deutete an, dass die lockere Ausrichtung der Fed aufgegeben werden sollte und dass Zinserhöhungen notwendig werden könnten, sollten sich die Inflationserwartungen entkoppeln.

Die Märkte preisen nun eine Zinserhöhung vor Jahresende ein, wobei sich eine zusätzliche Laufzeitprämie bis ins Jahr 2027 aufbaut. Warshs erste Sitzung als Fed-Vorsitzender wird daher für die Festlegung der Richtung der neuen Fed zunehmend an Bedeutung gewinnen. Eine Zinserhöhung bei der ersten Sitzung erscheint zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch unwahrscheinlich, doch sollten sich die Inflationserwartungen weiter lockern, könnten die Märkte die Fed zu einer restriktiveren Haltung zwingen.

Türkei – Es spitzt sich zu

Letzte Woche hat ein türkisches Gericht die Ergebnisse des Parteitags der grössten Oppositionspartei CHP für das Jahr 2023 für ungültig erklärt. Dies hat die internen Spaltungen innerhalb der Partei weiter vertieft. Für die Märkte erhöht dies die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit, dass Präsident Erdoğan vorgezogene Wahlen ausruft. Er könnte versuchen, aus einer geschwächten Opposition Kapital zu schlagen, um sich eine verfassungsrechtliche Mehrheit zu sichern und gleichzeitig vom jüngsten Disinflationstrend zu profitieren.

Erdogan könnte jedoch auch abwarten, bis die Energiepreise nachgeben, da das wachsende Leistungsbilanzdefizit der Türkei nach wie vor die grösste makroökonomische Schwachstelle ist. Dieses hat sich vor dem Hintergrund eines robusten Wachstums und einer Geldpolitik, die trotz hoher Leitzinsen nicht restriktiv genug war, um die Binnennachfrage vollständig abzukühlen, verschlechtert.

Die Marktreaktion erfolgte umgehend. Laut Berichten gab die CBRT kurz nach Bekanntwerden der Nachricht rund 6 Mrd. USD aus, während sich die CDS-Spreads ausweiteten. Dies spiegelt erneute Bedenken hinsichtlich einer möglichen lokalen Dollarisierung wider. Wir gehen davon aus, dass trotz der bereits hohen Zinsen eine straffere Geldpolitik erforderlich sein wird. Ausgehend von den aktuellen Bewertungen spiegeln türkische Anleihen die Risiken eines negativen Ausfalls, die sich in den kommenden Monaten materialisieren könnten, noch nicht vollständig wider.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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