Marktmeinungen · Globale Anleihen

Global Credit Bullets | Montag, 5. Oktober 2026

Flavio Bolsonaro hat den ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen gewonnen und sich dabei einen Vorsprung von 2 % vor Lula gesichert. Damit übertraf er die Umfrageergebnisse. In der vergangenen Woche zeigten die globalen Zinsmärkte weiterhin eine aussergewöhnliche Volatilität, angeführt von den französischen Anleihemärkten Die französischen Anleihemärkte hatten eine schwierige Woche: Die Renditedifferenz der zehnjährigen OATs gegenüber deutschen Anleihen weitete sich zeitweise um mehr als 50 Basispunkte aus und lag im Tagesverlauf sogar bei über 150 Basispunkten, obwohl es kaum nennenswerte Nachrichten gab. Der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht fiel negativ aus: Die US-Wirtschaft schuf nur 29.000 neue Arbeitsplätze, während 90.000 erwartet worden waren.
5. Oktober 2026
Zinsen

Ausverkauf greift auf Risikoanlagen über

In der vergangenen Woche zeigten die globalen Zinsmärkte weiterhin eine aussergewöhnliche Volatilität, angeführt von den französischen Anleihemärkten. Der Ausverkauf spitzte sich so stark zu, dass sich der Spread zwischen Bund und OAT auf über 150 Basispunkte ausweitete. Dies griff schliesslich auf Risikoanlagen über, liess die Kreditspreads ansteigen und übte Druck auf die Aktienmärkte aus. Auch die Einschätzung der EZB änderte sich, da die Märkte infrage stellten, welche Schritte die EZB unternehmen kann, um die Panik zu stoppen. Der Konsens geht davon aus, dass interventionistische Massnahmen am Anleihemarkt, wie das TPI-Programm, noch in weiter Ferne liegen. Stattdessen reduzierten die Märkte im Laufe der Woche die Erwartungen für eine Zinserhöhung der EZB um 20 Basispunkte. Bemerkenswert ist, dass deutsche Anleihen wieder ihren Status als sicherer Hafen erlangten und sich die Zinsstrukturkurve am Freitag sogar bullisch abflachte, da Anleger ihre Duration verlängerten.

Brasilien

Flavio holt auf, die Märkte tanzen Samba

Flavio Bolsonaro hat den ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen gewonnen und sich dabei einen Vorsprung von 2 % vor Lula gesichert. Damit übertraf er die Umfrageergebnisse. Die Wahlprognosen sehen nun im Vorfeld der für den 25. Oktober angesetzten Stichwahl deutlich zugunsten von Flavio aus. Das Wahlverhalten deutet darauf hin, dass sich die Unterstützung für den Sohn von Jair Bolsonaro festigt, während ein Comeback von Lula eine Kombination von Ergebnissen erfordern würde, die derzeit unwahrscheinlich erscheint. Auch rechtsgerichtete Parteien schnitten stark ab, insbesondere im Senat und auf Landesebene. Dies bestätigt den allgemeinen Rechtsruck bei den Wahlpräferenzen in ganz Lateinamerika einmal mehr, wo Sicherheitsbedenken und der Wunsch nach politischem Wandel weiterhin zentrale Prioritäten für die Wähler sind. Das Ergebnis ist deutlich marktfreundlicher als erwartet und dürfte eine positive Neubewertung brasilianischer Vermögenswerte auslösen. Sollte Flavio in der zweiten Runde gewählt werden, wird sich die Aufmerksamkeit auf seine Fähigkeit richten, die Haushaltskonsolidierung voranzutreiben, Spannungen mit dem Obersten Gerichtshof zu bewältigen und die Frage der Begnadigung seines Vaters, des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, anzugehen.

Frankreich

Keine Anzeichen für Stabilität

Die französischen Anleihemärkte hatten eine schwierige Woche: Die Renditedifferenz der zehnjährigen OATs gegenüber deutschen Anleihen weitete sich zeitweise um mehr als 50 Basispunkte aus und lag im Tagesverlauf sogar bei über 150 Basispunkten, obwohl es kaum nennenswerte Nachrichten gab. Auf politischer Ebene wurde das Haushaltsverfahren eingeleitet. Dabei wurde das Defizitziel von 5 % für 2027 beibehalten, doch dürfte sich dieser Wert im Verlauf der Verhandlungen auf 5,2 bis 5,4 % erhöhen. Das französische Finanzministerium kündigte ein Emissionsziel von 340 Mrd. Euro für 2027 an und versteigerte Mitte der Woche wie geplant Staatsanleihen im Wert von 12 Mrd. Euro. Dies heizte die Turbulenzen an den Anleihemärkten weiter an. Da es keine unmittelbaren Impulse gibt, die die Situation entschärfen könnten, wartet der Markt auf Äusserungen der EZB oder der französischen Politik, die Stabilität signalisieren könnten.

US-Daten

Kein Handlungsdruck für die Fed

Der am Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht fiel negativ aus: Die US-Wirtschaft schuf nur 29.000 neue Arbeitsplätze, während 90.000 erwartet worden waren. Im privaten Sektor stieg die Beschäftigung um 46.000, im öffentlichen Dienst war hingegen ein Rückgang um 17.000 zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote stieg auf 4,2 Prozent und lag damit 0,1 Prozentpunkte über den Erwartungen. Sie ist aber insgesamt weiterhin niedrig. Der Arbeitsmarkt stellt nach wie vor keine Inflationsquelle dar und dieser Bericht verringert den unmittelbaren Druck auf die Fed, die Zinserhöhungen fortzusetzen. Äusserungen von Williams zu Beginn der letzten Woche deuteten auf Geduld innerhalb des Ausschusses hin. Am Freitag lag die in den Märkten eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober bei nur 25 %.

Algebris Investments’ Global Credit Team

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